Zitronenverbene

Willkommen beim zweiten Blogbeitrag von Kulinatorium. Meine Idee ist, neben Wissen auch meine Geschichten wie z.B. den Brief an meine liebe L. weiterzugeben. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen. 

Liebe T.,

Wenn ich an unsere Lernphasen denke, denke ich oft auch an unsere stundenlangen Gespräche, oft verbunden mit einer Kanne vom von dir heißgeliebten Kräutertee. Während ich unsere gemeinsame Zeit immer genossen habe, war das, das gebe ich nun zu, beim Tee nicht immer der Fall… früher war der mir oft zu muffig, herb oder einfach nur zu gesund. Erst vor einiger Zeit habe ich Kräutertee für mich wiederentdeckt, in Form loser Kräuter und vor allem dann lecker, wenn Rosenblüten und Zitronenverbene in der Mischung sind. Angefixt hat mich vor einigen Jahren ein Kräutertee aus Südtirol1. Aber seit letztem Herbst mische ich ihn mir selbst, da ich das meiste nun auch im Garten anbauen kann. Ich würde mich freuen, wenn wir bald mal wieder die alten Zeiten aufleben lassen können und freue mich schon auf eine Tasse Kräutertee mit dir.

Deine K.

1 Berggenuss vom Pflegerhof


Geschichten-Register

1 Historie


Von spanischen Prinzessinnen

2 Draußen


Eine Frostbeule in der Pfalz

3 Keller


Nicht Keller, sondern Bühne

4 Küche


Tea Time


Historie

Gestatten, Aloyisa citrodosa, oder auch Luisenkraut, Zitronenstrauch und Zitronenverbene. Während der eine Namensteil den frischen, zitrischen Geschmack betont, ist auch der andere Namensteil „Aloyisa“ bzw. Luisa interessant und beleuchtet die Historie des aus Südamerika stammenden Krauts. Die spanische Prinzessin Maria Luisa von Bourbon-Parma (1751-1819) ist die Namenspatin für den Strauch, der zu ihrer Zeit mit Hilfe von spanischen Seefahrern nach Europa kam und dann im großen Stil in Gärten angepflanzt wurde. Es war von Anfang an sehr beliebt aufgrund seines intensiven Dufts, daher wurde es nicht nur als Nutz- sondern auch als Zierpflanze immer weiter eingesetzt. Neben seiner Anwendung in der Küche kennt man ja es auch als Duftstoff in Hygiene- und Kosmetikprodukten.

Der frische, zitronige Duft und Geschmack der Zitronenverbene wirkt belebend und anregend. Gerade aus diesem Grund macht es sich aus meiner Erfahrung heraus sehr gut in Kräutertee-Mischungen, die manchmal etwas dumpf schmecken und dank der Verbene viel erfrischender wirken. Gleichzeitig soll das Kraut aber auch beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt und die Nerven wirken. Dafür verantwortlich sind die in der Zitronenverbene enthaltenenen Terpene und Flavonoide. Wer mehr dazu erfahren möchte, kann gern hier weiterlesen.


Draußen

Noch fühlt sich Luisa I, so nenne ich meinen zuerst gekauften Zitronenverbene-Strauch jetzt mal, draußen wohl. Aber es ist ja auch erst Mitte November und bisher kein Frost bisher in Sicht. Denn leider ist die Gute nicht sehr winterhart. Sie hat aber auch schon einen Wollpelz für ihre Wurzeln erhalten und so hoffe ich jetzt mal, dass sie in einem pfälzischen Klima und an einem geschützten Ort auch im Freiland durchkommt. Alternativ habe ich aber auch noch Luisa II, die den Sommer im Topf im Garten war und vor 2 Wochen in das Winterquartier umgezogen ist.

Die beiden Pflanzen habe ich vor allem meiner Ungeduld zu verdanken… im April habe ich bereits das erste kleine Pflänzchen gekauft, aber da es so kalt war, ins Haus gelassen. Innerhalb weniger Tage waren alle Blätter mit Mehltau übersät – und ich befürchtete schon das Ende der Pflanze. Sie scheint aber wirklich robust zu sein und bald waren schon wieder kleine Blätter zu sehen – in der Zwischenzeit hatte ich aber auch schon für Nachschub gesorgt. Beide Pflanzen sind den Sommer über auch kräftig gewachsen und inzwischen ca. 50 cm hoch. Da die Pflanzen auch sonst sehr pflegeleicht sind, ist vermutlich die einzige Herausforderung, dass die Zitronenverbene eine kleine Frostbeule ist.


Keller bzw. Bühne

Die Blätter der Zitronenverbene lassen sich super frisch direkt im Tee oder anderen Zubereitungen verwenden, was allerdings nur ca. 4-5 Monate im Jahr möglich ist. Daher habe ich den Strauch immer mal beerntet und einzelne kleine Äste kopfüber zum Trocknen aufgehängt. Zum Trocknen von Kräutern eignet sich ein trockener Raum, in dem die Luft zirkuliert. In meinem Fall ist es die Bühne unserer Scheune – und da es dort etwas staubig ist, packe ich die Kräuter in Organzasäckchen (diese sind sowieso super praktisch, z.B. auch als Schutz von Früchten vor allzu gierigen Vögeln und Insekten). Dort lasse ich sie mindestens 3 Wochen hängen, bevor ich die Blätter abziehe und in Schraubgläsern oder Tütchen verpacke. Alternativ lassen sich die Blätter auch gleich abziehen und auf einem Sieb trocknen – dazu braucht man dann halt nur etwas mehr Fläche.


Küche

Tee

Zitronenverbene lässt sich sehr gut pur als Tee trinken, einfach einen Esslöffel Kräuter pro Tasse mit kochendem Wasser aufgießen und ca. 7 Minuten ziehen lassen. Da ich aber ein großer Fan von Abwechslung bin, mische ich wahlweise marokkanische Minze, Zitronenmelisse und/oder getrocknete Rosenblüten bei. Eine Warnung möchte ich hier allerdings aussprechen: wer anfängt, Kräutertee als Aufguss von losen Blättern zu trinken, wird Teebeutel-Tee nicht mehr drinken wollen 😉

Ein Klassiker zum Tee ist natürlich Shortbread. Heute habe ich mein Lieblingsrezept (inkl. super Recherche zu den besten Mehlsorten dafür) noch mit etwas Lebkuchengewürz verfeinert, um mich auf die bevorstehende Adventszeit einzustimmen.

Weitere Kombinationen bzw. Foodpairing

Zitronenverbene passt meiner Erfahrung nach wunderbar zu Beeren, vor allem den Dunklen, wie schwarze Johannisbeere, Brombeere und Jostabeere. Vor einigen Jahren habe ich eine große Jostabeeren-Ernte bei meinen Eltern verarbeitet, u.A. ein Gelee, wo ich im Saft auch Zitronenverbene mitgekocht habe. Die herben, harzigen Aromen der Beeren ergänzen sich prima mit der Frische und Würze der Zitronenverbene.

Auch zu herzhaften Gerichten kann ich mir Zitronenverbene gut vorstellen, habe es allerdings noch nicht ausprobiert. Es wird vor allem zu Fisch, Meeresfrüchten, aber auch Pilzen empfohlen. Wenn ich mal dazu komme, es auszuprobieren, werde ich das hier ergänzen.


Danke, wenn du meinen zweiten Blogbeitrag bis hier gelesen hast. Da ich gerade am Starten bin, würde es mich sehr interessieren, ob dir der Inhalt gefallen hat, dann freue ich mich über ein Like. Wenn du Anregungen zum Beispiel für weitere Themen hast, etc., dann freue ich mich auch über einen Kommentar. Dann bis hoffentlich zum nächsten Mal. Deine K. 

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