Zwischenfrucht – Nützliche Pflanzen für den Garten im Winter

Bei meinen Streifzügen durch die Weinberge rundherum gibt es das ganze Jahr was zu entdecken. Auch wenn von Dezember bis April das romantische Blattwerk des Weinbergs nicht zu sehen ist, wächst bei den meisten Weingärten in jeder zweiten Zeile das ganze Jahre jede Menge. Vom Klee und Raps im Frühjahr über Kornblumen und Mohn im Sommer bis zu skurrilen Rettichen im Winter – die Artenvielfalt dieser Begrünung ist nützlicher als Gras und sorgt auch für besseren Wein. Wofür die Gründüngung gut ist und warum sich das auch für die Beete in unseren Gärten eignet, dem gehe ich heute auf die Spur.

Die aktuelle Vegetation in den Weinbergen


Ein bisschen Erdkunde

Die Erde, in die wir unsere Pflanzen setzen, ist ein lebendiges Ökosystem. Neben sichtbaren Lebewesen wie Regenwürmern, die unseren Boden lockern passiert noch viel mehr, was sich unseren Augen entzieht – jede Menge Bakterien, Mikroben, etc., die unserem Boden Nährstoffe zur Verfügung stellen. Wir können mit vielen Maßnahmen dazu beitragen, dies zu fördern und somit zum Aufbau einer Humusschicht beitragen.

Eine Möglichkeit, das zu unterstützen, sind Zwischenfrüchte, die die Zeit bis zur nächsten Pflanzung im Frühjahr überbrücken. Diese Gründüngung hat gleich mehrere Vorteile:

  • Die Blätter schützen den Boden vor Verdunstung, die Wurzeln vermindern die Erosion in den niederschlagsreichen Wintern
  • Die Wurzeln lockern den Boden und verhindern die Verdichtung des Bodens
  • Das Bodenleben bleibt aktiv, der Boden ist dadurch etwas wärmer
  • Insekten finden hier ein Rückzugsgebiet und Nahrungsquelle
  • Unerwünschte Wildkräuter werden verdrängt
  • Manche Pflanzen sind in der Lage, Stickstoff zu binden und so aktiv als Dünger zu wirken. Das sind zum Beispiel Leguminosen wie Klee oder Lupinen.

So gesehen tun wir unseren Beeten also nichts Gutes, wenn wir sie im Winter leer stehen lassen. Auch Abdecken mit Mulch oder das Stehenlassen der Pflanzenreste sind gute Wege, um deinen Boden zu unterstützen. Wenn du aber im September bis Oktober schon freien Platz in deinen Beeten hast, sind Zwischenfrüchte die beste Wahl.

Welche Pflanzen sich eignen

Am besten eignet sich für die Gartenzwecke eine Mischung aus verschiedenen Pflanzen, die sich gegenseitig unterstützen und über den kompletten Winter für Vegetation sorgen. So eine Mischung enthält meist die folgenden Pflanzen:

  • Gelbsenf: schnellwachsend, Gute Insektenweide, bekämpft Nematoden
  • phazelia: auch Bienenfreund genannt -also ein wahrer Magnet für Bienen, Gut verträglich mit anderen Kulturpflanzen, nicht winterhart
  • rotklee und andere kleearten: kann Stickstoff aus der Luft binden und An Boden abgeben, winterhart, intensive Durchwurzelung
  • blaue lupine: schnell wachsend, nicht winterhart
  • buchweizen: SCHNELLWACHSEND, intensive Durchwurzelung

Die Beispiele aus dem Weinbau mit Winterraps und Ölrettich eignen dich darüber hinaus auch, wenn genügend Platz in euren Beeten vorhanden ist. Beide sorgen mit ihren Pfahlwurzeln für eine gute Lockerung der Erde und verhindern die Verdichtung des Bodens.

Wichtig ist vor allem, die Planzen vor der Samenreife zu mähen und gegebenenfalls untergraben, damit sie sich nicht ungehemmt vermehren. Aber meist brauchen dann ja wieder die Beete für etwas, was wir anpflanzen möchten, sodass sie nicht so lange stehen.

Mit einem kleinen Ausblick auf den Frühling verabschiede ich mich für heute – ich freu mich schon auf die ersten leuchtend gelben Streifen und den Inkarnatsklee – die erste Gründüngung im Weinberg in der neuen Saison. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir auch wieder im Garten loslegen können.

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