Brot backen – Teil 2

Grundausstattung

Schietwetter und Schnee im April – da bekommt die Gartenthemen nochmal etwas Pause. Dafür ist es eine gute Gelegenheit, mit der Reihe “Brot backen“ weiterzumachen. Heute geht es um die aus meiner Sicht essentiellen Werkzeuge, die es braucht, um mit selbst gebackenem Brot loslegen zu können. Wie schon in Teil 1 (wer den noch nicht kennt, kann ihn hier lesen) beschrieben, sind es beim Brot weniger die Zutaten als die richtigen Kniffe, das Handwerkszeug. Hier die Top 10 der Grundausstattung, wobei die ersten Vier aus meiner Sicht unverzichtbar und bei allem anderen findet man sicher auch Alternativen.

Must haves

Backofen mit 250 °C

Viele, aber nicht alle Backöfen, die üblicherweise erhältlich sind, können bis zu 250 °C erhitzt werden. Brot wird bei hohen Temperaturen bei Ober- und Unterhitze gebacken. Nur so bekommst du einen guten Trieb im Brot und eine rösche Kruste.

Pizzastein / Backstein

Ein Pizzastein kann einen ähnlichen Effekt wie ein Steinbackofen erzeugen. So ein Stein z.B. aus Schamotte der Keramik wird im Backofen ca. 1 Stunde vorgeheizt und sorgt dafür, dass das Brot beim Backen sofort aufgehen kann. Da er recht günstig ist und auch für Pizza, Flammkuchen und Ähnliches verwendet werden kann, kann ich das klar empfehlen.

Knetmaschine

Brotteige werden üblicherweise zwischen 10 bis 20 Minuten geknetet und sind sehr feuchte, also klebrige Teige. Daher ist eine leistungsstarke Küchen-/Knetmaschine ein weiterer unerlässlicher Helfer, da ich das Kneten von Hand nicht als echte Alternative empfehlen kann.

Thermometer

Die richtige Temperatur eines Teigs und damit meist des zugegebenen Wassers hat einen elementaren Einfluss auf die Gare. Um die perfekte Mischung aus Leitungs- und kochendem Wasser (ein Wasserkocher ist auch sehr empfehlenswert, aber vermutlich in den meisten Küchen vorhanden) zu erhalten, ist ein Thermometer eigentlich unverzichtbar.


Good to have

Gärkorb

Die Körbe aus Peddingrohr oder Bast sind ideal dafür geeignet, den Teig während des Gehens in Form zu halten. Wenn sie mit Mehl, Gries oder Stärke bestäubt werden, lässt sich der Teig später wieder sehr leicht ablösen. Alternativ gehen auch Schüsseln, allerdings klebt dort der Teig oft stärker an, da die entstehende Feuchtigkeit nicht gut abtransportiert werden kann.

Feinwaage

Neben einer regulären Küchenwaage ist auch eine Feinwaage beim Backen sehr hilfreich. Vor allem bei der Zugabe von Hefe sind nur sehr geringe Mengen (ca. 5 g) notwendig, und hier kann eine Feinwaage sehr genau die exakte Grammzahl angeben. Allerdings kann man mit etwas Augenmaß und einer klassischen Küchenwaage auch ans Ziel kommen.

Teigkarte

Die halbrunden Karten eignen sich ideal, um Teig aus Schüsseln herauszulösen, ihn zu falten und um ihn zu teilen. Natürlich geht das auch mit den Händen, einem Messer der Schaber – aber mit diesem Multifunktions-Werkzeug einfach viel besser.


Persönliche Empfehlungen

Sprühflasche

Zum oben empfohlenen Pizzastein gehört elementar eine Möglichkeit, Dampf im Ofen zu erzeugen. Profis haben Öfen, die Dampf erzeugen können, aber es geht auch gut mit einer handelsüblichen Sprühflasche. Zu Beginn des Backens wird der Ofenraum besprüht, nach einiger Zeit wird der Dampf wieder abgelassen.

Gusseiserner Topf

Ein gusseiserner Topf ahmt im Kleinen noch besser als ein Pizzastein einen Steinbackofen nach. Das Brot wird zuerst mit geschlossenem Deckel gebacken, wo es sich durch den Dampf aus dem Brot wunderbar soft aufgeht. Meist wird nach der Hälfte der Backzeit der Deckel abgenommen und dann entwickelt sich eine tolle Kruste. Ich habe mich für einen Dutch Oven entschieden, da ich so im Sommer mein Brot auch draußen auf dem Grill machen kann.

Temperiergerät

Meine persönliche “Geheimwaffe“ ist kein klassisches Gerät für einen Bäcker, sondern eher den Konditor bzw. Chocolatier. Es gibt einige Teige, die bei höheren Temperaturen z.b. bei 30 Grad gehen oder reifen sollen. Um dafür nicht den Ofen anstellen zu müssen, ist so ein Temperiergerät sehr hilfreich. Besonders geholfen hat es mir beim Herstellen meines ersten Sauerteigs, da hier eine konstante Temperatur von 30 Grad über eine ganze Woche hinweg notwendig ist. Um das Anzüchten eines Sauerteigs geht es dann auch im nächsten Teil zum Brot backen.

Kommentar verfassen