Wilde Möhre

Die wilde Möhre ist vermutlich die am häufigsten vorkommende Pflanze in unserem Garten - man könnte fast sagen, sie ist ein Sinnbild der Naturgarten-Philosphie. Für den einen ist es Unkraut, für uns ist es ein Magnet für Insekten und hübsche Wildblumen-Deko obendrein. Wenn man ihr vernünftige Grenzen setzt und an nicht gewünschten Stellen ausgräbt, hat man viel Freude und keine weitere Arbeit mit ihr. Bei den Beetvorbereitungen diese Woche hatte ich so ein paar Exemplare an der falschen Stelle - und habe sie auch gleich mal selbst probiert. 

Der beeindruckende ökologische Wert der Wilden Möhre:

Nahrungsquelle und Lebensraum für 25 Wildbienenarten,

12 Schmetterlingsarten, Futterpflanze für 10 Raupenarten und

nektarspender für 3 Schmetterlingsarten.

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Die GeschichteVon draußenIn den KellerAuf den Teller
Die Möhren-AhninUnverzichtbar im Naturgarten Ein Versuch ist es wert…

Die Möhren-Ahnin

Die Geschichte

Der Name verspricht es schon – die wilde Möhre ist ein Vorfahre der heutigen viel verbreiteten Gartenmöhre, die ich in meiner Kindheit als Gelbe Rübe kennengelernt habe. Der andere “Elternteil“ der Karotte ist nicht ganz geklärt; das gefiederte, behaarte Aussehen der Blätter sowie den Geruch besonders der Wurzel, die aber farblos ist, hat sie auf jeden Fall von der Wildform vererbt bekommen.

Die Wilde Möhre ist eine ursprünglich in Mitteleuropa beheimatete Wildpflanze, die kalkhaltigen, sandigen und trockenen Boden liebt. Man findet sie oft am Wegesrand und auf Wildwiesen, vor allem hier in Pfalz, wo sie durch ihre Höhe von bis zu 120 cm und ihren großen, weißen Blüten und später zu einem Nest geformten Samenstand eine auffällige Zier ist. Im natürlichen Ökosystem ist die Doldenblütlerpflanze eine wertvolle Nahrungsquelle und Lebensraum für eine überdurchschnittliche hohe Anzahl an Insekten wie zum Beispiel die Raupe des Schwalbenschwanzes. Um Insekten anzulocken, wendet sie einen besonderen Trick an: In der Mitte der Blüte befindet sich meist ein schwarzer kleiner Fleck, der sogenannte Mohrenfleck, der wie ein Insekt aussieht und damit für andere Tiere als “gute“ Pflanze wahrgenommen wird. Eine Theorie zur Herkunft des Namen “Möhre“ geht sogar davon aus, dass der Name Mohrrübe von diesem kleinen Mohrenfleck abgeleitet wurde.

Wilde Möhre – wirklich überall im Garten zu finden

Die Wilde Möhre war früher sowohl Nahrungsmittel als auch Medizin. For allem für die arme Bevölkerung waren die weißen Wurzeln ein Vitaminlieferant (Vitamin B und Provitamin A) und eine willkommene Abwechslung auf dem Teller. Geschmacklich sind sie angenehm, leicht süßlich und würzig und in den letzten Jahren auch als Rohkost wieder mehr beliebt geworden. Verwendet werde kann sowohl zur Nahrung als auch gegen Krankheiten sowohl die Blätter und die Samen als auch die Wurzel. Auch wenn viele aus dem Mittelaltern überlieferten Anwendungen zur Heilung nicht nachgewiesen werden können, gilt doch heute als anerkannt, dass das in der Möhre enthaltene Pektin gegen Durchfall hilft, da es das Wasser bindet.


Unverzichtbar im Naturgarten

VOn Draußen

Aus meiner Sicht gibt es zwei Gründe, weshalb die Wilde Möhre super in einen Naturgarten passt: zum einen, weil sie so eine tolle Insektenpflanze ist. Und zum Anderen, weil sie sich auch äußert hübsch in einem Staudenbeet oder einer Wildblumenwiese macht. Und ist sie erstmal da, musst du sehr wahrscheinlich nichts dafür tun, dass sie auch in den kommenden Jahren wiederkommt. Als Tiefwurzler (bis zu 80 cm) braucht die Wilde Möhre auch keine Zuwendung beim Gießen, sie liebt es sogar trocken.

Die Wilde Möhre ist eine zweijährige Pflanze, bei der sich im ersten Jahr die Blattrosette bildet und erst im zweiten Jahr zwischen Mai und September die Blüten und später die Samen ausbilden. Die eindrucksvollen Samenstände beinhalten Klettfrüchte, die sich sehr leicht in der unmittelbaren Nähe verbreiten und an Tier und Mensch anhaften.

Wilde Möhre – Samenstand

Auch wenn sie an manchen Stellen überhand nehmen kann und für viele in die Kategorie „Unkraut“ gehört, möchte ich hier doch ein Plädoyer für diese Pflanze aussprechen, weil man sie durchaus für sich uns seinen Garten nutzen kann.


Unkraut nennt man (nur) Pflanzen, deren Vorzüge man noch nicht erkannt hat.

— nach Ralph Waldo Emerson


Ein Versuch ist es wert…

Auf den Teller

Vor allem im Herbst des ersten Jahres und im zeitigen Frühjahr des zweiten Jahres lassen sich die etwa fingerdicken Wurzeln der Wilden Möhre ernten. Sobald die Pflanze in die Blüte geht, verholzt die Wurzel und ist kein Genuss mehr. In meinem Fall würde ich aber nicht von “ernten“ sprechen, eher von jäten und dem Versuch einer Zweitverwertung. Den Geruch finde ich schonmal vielversprechend.

Etwas skeptisch machen mich die Warnungen zur Verwechslungsgefahr der wilden Möhre mit giftigen ähnlichen Pflanzen wie dem Gefleckten Schierling oder der Hundspetersilie. Auch wenn ich fast sicher bin, dass wir die nicht im Garten haben und alles Wilde Möhre ist, verlasse ich mich zusätzlich auf meinen Geruchssinn – denn die Wurzeln riechen stark nach Möhren bzw. Petersilie. Eine sehr gute und ausführliche Übersicht zur Unterscheidung findest du hier.

Probiert habe ich sie jetzt mal roh und finde sie ganz lecker: zwischen Karotte und Petersilienwurzel – vom Biss aber schon um einiges zäher. Ich vermute, dass sie im gegarten Zustand angenehmer sind. Die Suppe im bereits oben erwähnten Link hört sich gut an und werde ich die Tage ausprobieren. Zumindest weiß ich nun aber schon um einen Garten-Snack mehr.


Danke, wenn du meinen Blogbeitrag bis hier gelesen hast. Da ich gerade am Starten bin, würde es mich sehr interessieren, ob dir der Inhalt gefallen hat, dann freue ich mich über ein Like. Wenn du Anregungen zum Beispiel für weitere Themen hast, etc., dann freue ich mich auch über einen Kommentar. Dann bis hoffentlich zum nächsten Mal. Deine K. 

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