Zucchiniblüten

Meine ersten gefüllten Zucchiniblüten hatte ich in einem kleinen Lokal in Parma zur Vorspeise. Sie waren gefüllt mit einer Ricottafüllung und schmeckten leicht nussig, frisch (grün, zitrisch und leicht blumig) und cremig - einfach himmlisch. Seither ist es um mich geschehen und ich bestelle die gefüllten Blüten immer, wenn ich sie auf einer Karte finde. Da man sie nur sehr selten in Deutschland kaufen kann, bauen wir Zucchini nun selber an - in erster Linie für die Blüten. Vor allem die gelben Zucchini, insbesondere die Sorte “Gold Rush“, ist perfekt für unsere Zwecke - viele Blüten und ab und an mal eine Zucchini als Gemüse. In diesem Sinne - auf den Sommeranfang 🙂 

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VON DRAUSSEN: Der Klassiker unter den GArten-Gemüsen

Auf den Teller: Blütenpäckchen für kreative Rezepte


Der Klassiker unter den Gartengemüsen

VOn Draußen

Kennst du auch diese riesigen Zucchini aus dem eigenen Garten, mindestens 30 cm lang und 10 cm dick? Entweder weil sie vergessen wurden oder auch, weil man das Maximale aus der Pflanze rausholen wollte? So kenne ich Zucchini aus meiner Kindheit, verbunden damit, dass wir wochenlang nur Zucchini in allen möglichen Varianten gegessen haben… vieles davon sehr lecker wie Antipasti und Zucchinikuchen, aber manchmal wurde es dann doch zu viel oder das Ergebnis nicht so gelungen. Auf jeden Fall war ich nach diesen Erlebnissen nicht überzeugt, Zucchini im eigenen Garten anzubauen, sondern sie eher nach Bedarf im Sommer zu kaufen. Bei diesem Gedankengang hatte ich aber nicht die Zucchiniblüten bedacht – und siehe da, nun haben wir doch 3 Pflanzen im Garten. Und inzwischen bereiten mir nicht nur die Blüten richtig Freude, sondern auch die Frucht an sich, da sie frühzeitig geerntet, auch sehr vielseitig und gleichzeitig aromatischer sind.

Zucchini sind mit eine der ältesten Kulturpflanzen, die aus Kürbissen gezüchtet wurden. Zucca ist das italienische Wort für Kürbis, Zucchini sind wörtlich kleine Kürbisse. Was wir als Zucchini essen, sind die unreifen Früchte; würde man sie wachsen lassen, würden sie wie Kürbisse eine harte Schale bekommen und könnten gelagert werden.

Die Pflanze wächst als einjähriger Busch mit relativ großem Platzbedarf (ca. 1 m2). Zucchini sind recht pflegeleicht, brauchen aber als Starkzehrer viel Dünger und fühlen sich in der Sonne bis in den Halbschatten wohl. Auch die Anzucht ist einfach; bereits die ersten Blätter sind recht robust und wachsen schnell. Ich ziehe meine Zucchini Anfang Mai vor, und setze sie dann Mitte Mai ins Beet. Zu beachten ist, dass man mindestens zwei Pflanzen benötigt zur Befruchtung. Eine Pflanze bildet zugleich männliche Blüten an einem grünen Stiel und weibliche Blüten mit Fruchtansatz; oft blühen diese allerdings nicht zeitgleich.

Auch der Anbau im Topf ist möglich, wenn der Topf groß genug (mind. 40 l) ist und mit nährstoffreicher Erde gefüllt ist.

Zucchini gibt es in verschiedenen Wuchsformen und Farben. Ich persönlich liebe die Sorte “Gold Rush“, die ich dank einer Saatgut-Sammlung für besonders dekorative Gemüse entdeckt habe. Diese gelbe Zucchini bildet nicht nur besonders große Blüten, sondern auch nicht zu große, sehr aromatische gelbe Früchte mit zartem Fruchtfleisch, die beim Kochen nicht so schnell zerfallen. Man liest und hört bei Zucchini immer wieder die Warnung, auf keinen Fall selbstgezüchtetes Saatgut zu verwenden, da die Zucchini sich im eigenen Garten leicht mit Zierkürbissen kreuzen und dann in der folgenden Generation in der Pflanze viel von dem Gift Cucurbitacin vorhanden ist. Also lieber wieder neues Saatgut nachkaufen…

Eine Zucchinipflanze produziert im Schnitt 20 Früchte von Juni bis in den Oktober, je nach Witterung. Wer wie wir vor allem auf die Blüten aus ist, kann mit ca. 60 Blüten rechnen pro Pflanze und Saison. Wir ernten auch die weiblichen Blüten, da die Frucht auch ohne Blüte weiterwächst, wenn auch langsamer.

Und noch eine gute Nachricht: noch ist es nicht zu spät für den Anbau. Wenn du jetzt noch säst, kannst du in ca. 5 Wochen deine ersten Zucchini ernten.


Blütenpäckchen für kreative Rezepte

von Draussen

Die zarten Blüten sollten am besten direkt am Tag der Ernte verarbeitet werden. Ich sammle immer morgens, da sie sich bis mittags schließt, üblicherweise an zwei aufeinander folgenden Tagen und verarbeite sie am 2. Tag, da ich an einem Tag die Menge nicht zusammenbekomme. Die männlichen Blüten sind kleiner als die weiblichen Blüten, und wenn man den Blütenstempel dort entfernt, kann man sie noch besser füllen.

Die Blüten lagere ich in der Zeit in einer Box im Kühlschrank. In der Zeit im Kühlschrank schließen sich die Blüten meist; je nach Füllung muss man die äußeren Blüten vorsichtig etwas auseinander legen, um sie entweder mit einem Löffel oder einem Spritzbeutel zu füllen. Gewaschen werden die Blüten bei mir nicht, nur etwas ausgeschüttelt, um Käfer usw. loszuwerden,

Rezepte für die Zubereitung gibt es jede Menge Rezepte und ich experimentiere auch sehr gerne. Hier stelle ich mal zwei Klassiker vor, die du gern nach eigenem Geschmack abwandeln kannst. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die Füllung nicht zu stark würzig ist, damit sie nicht den zarten Geschmack der Blüten überlagert. Und wenn du mal keine Lust auf gefüllte Blüten hast, kannst du sie auch in Streifen schneiden und entweder roh zum Beispiel in einen Salat oder kurz angebraten in eine Gemüsepfanne mischen.

Ricottafüllung / in der Pfanne gebraten

Für ca. 16  Zucchiniblüten::

300 g Ricotta
100 g  Parmesan
Gewürze (Salz, Pfeffer, Muskatnuss)
Mehl
Öl oder Butter zum Anbraten 

Ricotta und geriebenen Parmesan vermengen und würzen. Die Blüten mit einem Spritzbeutel füllen. Die Blütenblätter einklappen, damit die Masse in der Blüte bleibt. Kurz in etwas Mehl wenden und dann in der Pfanne bei geringer Hitze ausbacken, bis die Blüten leicht hellbraun sind.  

Alternativ fülle ich sie auch mit anderen cremigen Milchprodukten wie Quark oder Frischkäse. Auch gegarte Kartoffeln, gestampft und nach eigenem Geschmack gewürzt machen sich sehr gut als Füllung. Wer gern eine kräftigere Panade um die Blüten hat, kann diese auch zuerst in Mehl, dann in einem gequirlten Ei und dann wieder in Mehl wälzen und dann anbraten.

Frittierte Zucchiniblüten

12 Zucchiniblüten
100 g Mozzarella
6 eingelegte Sardellen
100 g Mehl, am besten Typo 00
200 g Mineralwasser/Sprudel
1 TL Zucker
1 TL Salz
Öl zum Frittieren 

Den Mozzarella in 12 Streifen schneiden und ca. 30 Minuten in einem Sieb abtropfen lassen. Die Sardellen halbieren. Dann je 1 Streifen Mozzarella und Sardelle in die Blüte legen und verschließen. Alternativ zum einfalten kannst du auch die Blüte oben zusammendrehen. Für den Teig Mehl, Wasser, Salz und Zucker verrühren. Die Zucchiniblüten vorsichtig durch den Teig ziehen und im heißen Fett vorsichtig ausbacken. 

Eine Variante davon ist, sie nicht zu füllen, sondern direkt mit dem Teig zu frittieren. Und dann vielleicht einen etwas kräftigeren Teig wie einen Bier- oder Weinteig verwenden. In allen Varianten auch sehr fein!


Und wie oben oben erwähnt, ganz ohne Füllung auf Aufwand machen sie sich auch sehr gut in einer Gemüsepfanne:
Zucchinigemüse mit Blüten

Danke, wenn du meinen Blogbeitrag bis hier gelesen hast. Da ich gerade am Starten bin, würde es mich sehr interessieren, ob dir der Inhalt gefallen hat, dann freue ich mich über ein Like. Wenn du Anregungen zum Beispiel für weitere Themen hast, etc., dann freue ich mich auch über einen Kommentar. Dann bis hoffentlich zum nächsten Mal. Deine K. 

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