Süßkirschen

Endlich - die Kirschenzeit beginnt. Die Süßkirschen an unserem kleinen Bäumchen leuchten tiefrot & damit beginnt der Wettbewerb mit den Staren und Insekten um die Ernte. Die roten Kugeln sind ein echter Magnet für viele Tiere und vor allem die Kirschfruchtfliege ist echt hartnäckig. Leider stand die Süßkirsche beim Wintereinbruch im April auch schon in der Blüte… dafür freue ich mich um so mehr an jeder unversehrte Frucht.  

Lieber Opa,

in deinem Garten stand dieser große Kirschbaum – ein willkommener Schattenspender im Sommer und vor allem ein Ernte-Highlight. Ich weiß noch, dass wir als Kinder nur unten aufsammeln durften und du oben durch die Äste geturnt bist. Danach gabs leckeren Kirschkuchen und der Rest wurde eingekocht – und später für die Schwarzwälder Kirschtorte verarbeitet. Beim Kirschen verarbeiten denke ich oft an dich – denn mit dir war immer “gut Kirschen essen“.

In Dankbarkeit,

Deine K.

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Die Geschichte: Gut Kirschen Essen

VON DRAUSSEN: Kirschen mit Fleischbeilage

In den Keller: A La Amarena

Auf den Teller: Ice Cream, I Scream

Bevor wir richtig ins Thema einsteigen, möchte ich euch noch kurz eine neue Seite auf meinem Blog vorstellen: Index & Suche. Dort kannst du alle Artikel (bis auf den Adventskalender) nach Kategorien und Tags sortiert finden; darüber hinaus gibt es dort auch eine Suchfunktion. So kannst du die Seiten auch besser zu einem anderen Zeitpunkt nachlesen und wiederfinden.


Gut Kirschen essen

Die Geschichte

Süße Kirschen waren lange Zeit Luxusware – so konnten es sich nur die feinen Leute leisten, diese zu kaufen und diese wurden dann gemeinschaftlich verspeist. Erzählungen nach wurden ungebetene Gäste bei solchen Veranstaltungen dann mit Kirschkernen bespuck, um ihnen zu zeigen, dass mit ihnen “nicht gut Kirschen essen“ war – und so entstand wohl das Sprichwort.

Heute sind Süßkirschen zum Glück keine Mangelware mehr und wir können sie auch in unseren Gärten kultivieren. Die Süßkirsche stammt von der bei uns heimischen Vogelkirsche ab; unterschieden werden die Arten Knorpelkirschen und Herzkirschen. Während die Knorpelkirschen ein festeres Fleisch haben, sind die Herzkirschen zarter und noch etwas süßer. Viele der bei uns verfügbaren Süßkirschen werden in der Türkei angebaut, das weltweit größte Anbaugebiet. Und in Deutschland sind Süßkirschen nach Äpfeln das am häufigsten angebaute Obst.

Kennst du die alte Küchenweisheit, dass man kein Wasser trinken soll, wenn man Kirschen ist? Anscheinend sind auf Kirschen recht viele Hefen, die durch Verdünnung nicht mehr gut vom Körper abgebaut werden können und so fröhlich in deinem Bauch den Zucker in Alkohol umwandeln – mit den damit verbundenen Gasen… dies ist medizinisch nicht bestätigt, dafür aber die hohe Menge an Ballaststoffen in Kirschen, die in der Tat die Verdauung anregen. Darüber hinaus sind Kirschen reich an Vitamin C & B-Vitaminen und enthalten Folsäure, Eisen, Kalzium, Kalium und Magnesium.


Kirschen mit Fleischbeilage – und wie man das vermeidet

VOn Draußen

Schauen wir den Tatsachen ins Auge – dieses Jahr haben wir wieder Würmer in den Kirschen. Vor zwei Jahren, in unserem ersten Gartenjahr, aßen wir noch voller Freude die Süßkirschen direkt vom Baum – bis ich eines Tages die Entdeckung machte, dass da kleine weiße Würmer drin sind. Leider ist die Kirschfruchtfliege ein echte Problem beim Anbau von Süßkirschen… die gute Nachricht ist, dass es gute Mittel dagegen gibt, auf die ich später noch eingehen werden.

Unser Halbstamm ist überschaubar groß und liefert genau die richtige Menge an Süßkirschen für einen kleinen Haushalt. Aber so ein richtiger Baum im Garten mit 4 bis 15 m Höhe macht natürlich auch was her mit seiner ausladenden Krone. Die Blüte Anfang bis Ende April fordert bei den meisten Sorten einen zweiten Kirschbaum in der Nähe, da diese meist Fremdbefruchter sind. Danach wachsen dann die Steinfrüchte heran, die Erntezeit der meisten Sorten ist im Juni.

Süßkirschen lieben es vollsonnig, relativ trockenheitsresistent, freuen sich aber über eine Mulchschicht. Ideal ist, wenn sie frostgeschützt stehen, damit sie vor allem späte Wintereinbrüche wie dieses Jahr gut überstehen.

Die größte Pflege bedarf die Bekämpfung der sehr verbreiteten Kirschfruchtfliege, die für kleine weiße Würmer in der reifen Kirsche sorgt. Zwar ist es unbedenklich, diese zu essen, aber lecker ist anders, oder? Wenn die Kirschen schon mal verwurmt sind, hilft es, sie zu entsteinen und dann für 30 Minuten Wasser zu legen. Dadurch quillen die Kirschen auf und die Würmer werden ausgeschwemmt. Darüber hinaus lässt sich auch einiges tun, um die Kirsche vor dem Befall zu schützen. Dafür empfehle ich diese Seite, die die verschiedenen Maßnahmen übersichtlich darstellt. Erfolgreich waren wir im letzten Jahr mit einem engmaschigen Netz über das gesamte Bäumchen, das wir angebracht hatten, als die Kirschen sich langsam gelb färbten.


A la Amarena

von Draussen

Süßkirschen, die ich nicht sofort esse oder in Kuchen verarbeite, konserviere ich am liebsten als eine Art Amarena-Kirschen. Der Name dieser Kirschen leitet sich zwar von einer bestimmten Sorte ab, einer Sauerkirsche, die in Italien sehr verbreitet ist; ich meine hier vor allem die in Sirup eingelegten Kirschen, die auch namensgebend für das Amarena-Kirsch-Eis sind. Die Kirschen verwende ich dann für ein Eis oder auch als Dekor auf Torten, wie der Schwarzwälder Kirschtorte, da ich diese Belegkirschen einfach lecker finde.

Ergibt 400-500 ml
500 g entsteinte Süßkirschen
400 g Zucker
Saft 1/2 Zitrone
150 g Amaretto
100 g Gelierzucker 1:1

Entsteinte Kirschen mit Zucker (ohne Gelierzucker), Amaretto und Zitronensaft in eine Schüssel geben und mindestens 6 Stunden ziehen lassen. Immer wieder umrühren, damit sich der Zucker auch löst. Am nächsten Tag die Kirschen abseihen, die Flüssigkeit in einen Topf geben und so lange einkochen, bis es sirupartig wird. Dann kommen die Kirschen wieder dazu und werden weitere 5 Minuten gekocht. Dann in sterilisierte Gläser geben. Hält mindestens 1 Jahr. 

Ice Cream, I scream

von Draussen

Am besten sind Süßkirschen natürlich frisch als Snack. Wer aber zu viel hat, oder wir, dieses Jahr, erstmal die Kirschen einweicht, um sie auf Würmer zu prüfen, kann sie auch super zu Kuchen verarbeiten. Spannend finde ich, dass viele Rezepte vorschlagen, die Kirschen nicht zu entkernen, da sie dann weniger saften. Außerdem soll das einen leichten Bittermandel-Geschmack erzeugen. Das habe ich noch nicht ausprobiert, aber als Idee für dich wollte ich es trotzdem erwähnen. Hier zwei meiner Lieblingsrezepte mit Kirschen und das Highlight der Woche – selbstgemachtes Amarena-Kirsch-Eis.

Clafoutis

Clafoutis ist ein französisches Rezept für ein Dessert mit Kirschen – zwischen Kuchen und Auflauf. Bei der Zubereitung werden zuerst die Kirschen in die Auflaufform gelegt und mit dem Teig übergossen bzw. klafoutiert, was aus dem Französischen so viel wie aufgefüllt heißt. Das Rezept ist super schnell gemacht und lauwarm serviert ein Genuss.

Für 2 Personen:
250 g Kirschen (200 g, wenn entsteint)
2 Eier
40 g Mehl
125 ml Milch 
40 g Butter
60 g Zucker
5 g Vanillezucker
1 Prise Salz
1 EL Kirschwasser (optional)
Puderzucker zum Bestreuen

30 g Butter in einem kleinen Topf schmelzen, mit den restlichen 10 g die Form einfetten. Eier schaumig rühren, dann Zucker und Salz dazugeben. Nach und nach Mehl unterheben. Zum Schluss die flüssige Butter dazugeben. Die Kirschen in der Auflaufform verteilen und den Teig darüber gießen. Im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Celsius für ca. 45 Minuten backen. Etwas abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestreuen und direkt genießen. 

Kirschkuchen (aus dem Konditorlehrbuch)

Rezepte für Kirschkuchen mit Schoko/Kakao gibt es jede Menge. Was dieses hier besonders macht, ist die Saftigkeit des Kuchens, die durch eine besondere Zutat kommt, die die wenigsten außerhalb des Konditorfachs kennen: süße Brösel. Dabei handelt es sich aber um nichts besonders, sondern einfach trockenen, süßen Teig in geriebener Form – also Semmelbrösel in süß. Die Brösel speichern das Wasser im Teig und geben es langsam ab, wodurch er länger saftig bleibt. Geheimtipp 🙂

Rezept für 1 Blech
250 g Butter, weich
300 g Zucker
1 Prise Salz
1 P. Vanillezucker
8 Eier
250 g Weizenmehl 405 oder 550
1 P. Backpulver
35 g Kakaopulver
250 g gemahlene Mandeln
100 g süße Brösel, z.B. aus Löffelbisquit
700 g Sauerkirschen, abgetropft oder frische Kirschen
Puderzucker zum Bestreuen

Butter, Zucker und Salz leicht schaumig rühren. Eier nacheinander dazugeben. Mehl, Backpulver, Kakao und Mandeln miteinander vermengen und sieben. Zusammen mit den süßen Bröseln unter den Teig mischen, danach die Kirschen kurz unterheben. Teig auf das mit Backpapier belegte Blech streichen und im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Celsius für 35 Minuten backen. Wenn der Kuchen abgekühlt ist, kann er mit Puderzucker bestreut werden. 

Amarena-Kirsch-Eis

Das erste Eis des Jahres ist dieses Mal ein Amarena-Kirsch-Eis aus den selbst eingelegten Kirschen. Auch wenn das Wetter heute eher durchwachsen war, strahlt dieses Eis doch Sommerlaune pur aus. Voraussetzung für gutes Eis ist meiner Erfahrung nach eine Eismaschine mit Kompressor, dann steht dir auch nichts im Weg, dieses leckere Rezept auszuprobieren.

Auf einen baldigen, sonnig heißen Sommer!


Danke, wenn du meinen Blogbeitrag bis hier gelesen hast. Da ich gerade am Starten bin, würde es mich sehr interessieren, ob dir der Inhalt gefallen hat, dann freue ich mich über ein Like. Wenn du Anregungen zum Beispiel für weitere Themen hast, etc., dann freue ich mich auch über einen Kommentar. Dann bis hoffentlich zum nächsten Mal. Deine K. 

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